Keith Donohue: Das gestohlene Kind
Als Siebenjähriger wird Henry Day von Elben entführt. Alterslosen Wesen, die im Wald leben. Sie geben Henry einen neuen Namen, Aniday, und machen ihn zu einem der ihren. Von nun an wird er für immer sieben Jahre jung bleiben. An seine Stelle tritt ein Doppelgänger. Ein Kobold, der sein Leben als Mensch fortsetzt. Äußerlich gleicht ihm der Neuankömmling fast bis aufs Haar. Keiner erkennt in der Welt der Menschen den Wechselbalg. Nur den Vater beschleicht eine Ahnung.
Beide wachsen in ihre neue Welt hinein. Immer mehr verblassen die Bilder ihres alten Lebens. Aber die tiefsten inneren Verbindungen, die aus Gefühlen, Zuneigung und Liebe geformt wurden, können nicht vollständig gekappt werden. Bei Henry ist es die Musik, die etwas Diffuses in ihm zum Klingen bringt und eine namenlose Sehnsucht weckt. Bei Aniday sind es Traumspuren und das schmerzliche Gefühl, etwas unwiederbringlich verloren zu haben. Ohne dass sie voneinander wissen, treibt sie etwas aufeinander zu.
‚Ich bin, der ich bin’ ist die Erkenntnis dieser eindringlichen Geschichte auf der Schwelle von Kindheit und Erwachsensein, von Wirklichkeit und Möglichkeit. Der Debütroman von Keith Donohue, inspiriert von einem Yates-Gedicht, spielt virtuos mit den Mitteln der Fantasy. Er erinnert uns daran, dass in jedem Leben auch ein anderes steckt. Dass Welten parallel existieren und zum Erkennen der eigenen Identität, zum Erwachsenwerden immer die Trauer um das Verlorene, um das unwiederbringliche Kinderglück gehört.
Die Filmrechte an diesem amerikanischen Beststeller sind bereits verkauft.
“Oberflächlich betrachtet mag man ‚Das gestohlene Kind’ für ein kluges Debüt über Elben halten. Doch unmerklich hat Donohue einen wahren Geniestreich vollbracht und ein brillantes und spannendes Buch über unser Menschsein geschrieben.” Washington Post
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